Die Geschichte der Barcamps: Wie Barcamps entstanden sind

FooCamp als Vorläufer des Barcamps

2005 entstanden Barcamps als eine Art Reaktion auf die Veranstaltungsreihe der Foo Camps des amerikanischen Verlegers Tim O’Reilly. Diese ist eine seit 2003 jährlich durchgeführte Veranstaltung für „Friends of O’Reilly“ (abgekürzt „foo“), die man auf Einladung besuchen kann. Sie beschäftigt sich thematisch mit Softwareentwicklung. Veranstaltet wird als Konferenz im Wiki-Stil (Englisch: „the wiki of conferences“), bei der die Teilnehmer das Programm und damit die Inhalte definieren. Das Format des offenen Austauschs entsprach den Zügen eines Barcamps.

Das Gründer-Team

2004 hatte Tantek Çelik am Foo Camp teilgenommen hatte, aber noch keine Einladung für 2005 erhalten. Diese Situation sprach er auf einer Heimfahrt gegenüber Ryan King an, was in die Frage mündete „Why don't we do our own FooCamp?“ und zur Wortschöpfung des Begriffs Baramp führte. Das Team ergänzen kurzfristig Chris Messina, der Erfinder der Hashtags, und Andy Smith.

Zum weiteren Gründerteam des ersten Barcamps zählten Matt Mullenweg, der Entwickler von Wordpress. Vom weiteren Teammitglied Eris Free stammt das grundlegende Barcamp Logo als Kombination einer Flamme und dem RSS-Symbol.

Erstes Barcamp und Wachstum

Zusammen organisierten im August 2005 sie innerhalb von lediglich sechs Tagen das erste Barcamp in Palo Alto (USA) in den Räumen von Socialtext. Von diesem ersten Barcamp begann die Ausbreitung in die ganze Welt. Die ersten deutschsprachigen Barcamps fanden im September 2006 in den drei Hauptstädten Berlin, Wien und Zürich statt.

Seitdem hat sich das Format Barcamp im deutschen Sprachraum in vielen verschiedene Bereichen etabliert. Nach den klassischen Themen rund um Internet und Social Media war vor allem die Tourismusbranche und der Bildungsbereich mit dem EduCamp frühe Adaptoren in anderen Umfeldern. Aktuell werden pro Jahr circa 300 öffentliche Barcamps in Deutschland ausgerichtet.

Schnell adaptierten erste Unternehmen Barcamps zum internen Einsatz. Ein großer Teil meiner Aufträge kommt heute aus dem Bereich Barcamps in Organisationen.

Mein erstes Barcamp

Mein erstes Barcamp als Teilnehmer besuchte ich 2007 in Frankfurt. Von dort war der Weg zum meinem heutigen Beruf als Barcamp-Moderator gezeichnet: 2008 moderierte und organisierte ich erstmals das Barcamps Stuttgart. Seit dem habe ich über 120 Barcamps moderieren und zahlreiche Barcamp-Moderatoren ausbilden dürfen - und doch hat das Format seine Faszination vom ersten Tag kein bisschen verloren.